Text Cynthia Mira, Grafik Procap
Der Andrang bei den ersten zwei Austragungen war gross. Zahlreiche Personen und Organisationen haben auf den Aufruf von Procap reagiert. Besonders private Institutionen und Gemeindevertreter*innen in der Deutschschweiz konnten erreicht werden. Aufgrund der hohen Nachfrage ist bereits für Dezember ein weiteres Webinar geplant.
Das Onlinemeeting vermittelt in rund anderthalb Stunden einen praxisnahen Einblick ins Thema. Für viele Teilnehmende ist die digitale Barrierefreiheit zwar kein Neuland, sie stellt jedoch eine anspruchsvolle Aufgabe dar. «Es ist wichtig, zu wissen, dass es Lösungen gibt. Digitale Barrierefreiheit gelingt nicht mit einem Update, sie ist vielmehr ein permanenter Prozess», sagt Markus Spielmann, Leiter Marketing und Kommunikation bei Procap, dazu. Ein Zertifikat reiche da nicht aus.
Dem stimmte während des Webinars, das zuletzt Anfang Juni stattfand, auch Sebastian Zimmermann, IT-Experte und Sales Manager bei Eye-Able, zu: «Digitale Barrierefreiheit mit nur einem Klick ist utopisch», sagte er und beschrieb den Weg von der Gestaltung über die technische Umsetzung bis hin zu Tests und Qualitätskontrollen als kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
Dem Freund helfen
Das Webinar beleuchtete Checklisten einer barrierefreien Weboberfläche, zeigte Beispiele für den Einsatz künstlicher Intelligenz und veranschaulichte Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis. Marvin Rottenberger, Leiter des Betriebsstandorts in Würzburg, ist seit der Gründungszeit von Eye-Able mit an Bord und hat entsprechend unterschiedliche Organisationen in Deutschland auf ihrem Weg zu mehr Barrierefreiheit im Netz begleitet. Die Firma habe ihren Ursprung in einer Freundschaft, erzählte er. Den Anstoss gab ein Freund des Mitgründers Oliver Greiner, der das Internet aufgrund einer Sehbeeinträchtigung kaum nutzen konnte. Für ihn wurden Lösungen gesucht respektive gebaut. «Wir leben dieses Thema heute noch genauso aktiv», versicherte Rottenberger.
Besonders gut kamen bei den Teilnehmenden die Live-Demos an, bei denen Websites innert kürzester Zeit auf ihre Barrierefreiheit beurteilt wurden. Die vielseitigen Module des Tools, die bereits millionenfach genutzt werden, waren direkt einsetzbar. Besuchende wechseln mit einem Klick den Farbmodus oder können sich Bilder entfernen lassen, um die Textbausteine fokussiert zu lesen. Optimiert für Screenreader und in Kombination mit einer direkten Übersetzungsmaschine im Hintergrund ist der Website-Inhalt zudem in diversen Sprachen ausspielbar. Zu einem Bruchteil der Kosten lassen sich weiter komplizierte Texte in Leichte Sprache übersetzen.
Auch die Websites von Procap wurden mit den Tools von Eye-Able auf Barrierefreiheit überprüft. Schwachstellen werden nun Schritt für Schritt behoben. Dazu zählen etwa sehr alte PDF-Dateien, die entfernt oder neu barrierefrei gestaltet werden. «Lösungsansätze gibt es dann, wenn man den Überblick hat», sagt Markus Spielmann dazu. Und genau da habe das Tool enorm geholfen. «Man kann Fehler beheben, wenn man sieht, welche man hat.»
Nächste Termine im Dezember
Wissenstransfer für mehr digitale Barrierefreiheit: Sind Sie mit am Start?
Das Webinar steht Gemeinden, privaten Institutionen und allen Interessierten offen. Bei Interesse schreiben Sie uns gerne eine Mail. Wir informieren Sie, sobald die Termine feststehen: kommunikation@procap.ch.



