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Invalidenversicherung

 

Die Invalidenversicherung (IV) ist Teil des schweizerischen Systems der Sozialen Sicherheit. Sie ist der bedeutendste Pfeiler der Vorsorge für Menschen mit Behinderungen. Procap engagiert sich politisch für den Erhalt und die Stärkung der IV.

Existenzsicherung und Eingliederung

Die IV ist eine gesamtschweizerische obligatorische Versicherung. Ihr Hauptziel ist es, die wirtschaftlichen Folgen einer gesundheitlich bedingten Einschränkung der Erwerbsfähigkeit zu vermindern oder zu beseitigen. Sie hat gemäss Bundesverfassung den Auftrag, für das Risiko «Invalidität» das finanzielle Existenzminimum sicher zu stellen. Da die IV- und auch die AHV-Renten nie existenzsichernd waren, wurden sie erweitert mit den Ergänzungsleistungen (EL). Diese kann in Anspruch nehmen, wer das Existenzminimum nicht erreicht. Heute sind 45,2 Prozent aller IV-Rentenbeziehenden auf EL angewiesen.

Die IV hat aber auch den gesetzmässigen Auftrag, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen im Arbeitsprozess zu halten oder wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Dazu stehen ihr eine Reihe von Massnahmen zur Verfügung. Diese sollen es gesundheitlich beeinträchtigten Versicherten möglich machen, ihre Existenzgrundlage ganz oder teilweise selbständig zu sichern. Erst wenn eine (Wieder)eingliederung nicht oder nur zu einem Teil gelingt, richtet die IV eine (Teil-)Rente aus.

Neuausrichtung

Während in früheren Jahren die finanziellen Leistungen im Zentrum standen, ist heute der Grundsatz «Eingliederung vor Rente» wichtig. Mit den letzten IV-Revisionen wurde darauf abgezielt, mehr Menschen im Erwerbsleben zu halten oder wieder einzugliedern und so den Schuldenberg bei der Invalidenversicherung abzubauen. Für viele Betroffene hatten die Sparvorlagen einschneidende, negative Folgen.

Was bedeutet «Invalidität»?

Der Begriff «Invalidität» gemäss Invalidenversicherungsgesetz (IVG) bedeutet, dass eine Person aufgrund einer körperlichen, psychischen oder geistigen Gesundheitsschädigung ganz oder teilweise erwerbsunfähig ist – oder seinen bisherigen Aufgabenbereich (z.B. Tätigkeit im Haushalt, Kindererziehung, Ausbildung) nicht mehr ausüben kann. Die gesundheitliche Beeinträchtigung ist entweder die Folge eines Geburtsgebrechens, einer Krankheit oder eines Unfalls. Um eine IV-Rente zu erhalten muss sie längere Zeit andauern oder voraussichtlich bleibend sein.

Invalidenrente

Eine IV-Rente wird nur zugesprochen, wenn zuerst sämtliche Möglichkeiten einer Eingliederung geprüft wurden. Erst wenn nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen eine mindestens 40-prozentige «Invalidität» vorliegt, wird eine Rente zugesprochen. Die Höhe einer IV-Rente ist von drei Faktoren abhängig; vom Grad der Invalidität, von der Anzahl geleisteter Beitragsjahre und vom durchschnittlichen Jahreseinkommen.

Die maximale IV-Rente beträgt 2350 Franken pro Monat (Stand: 1. Januar 2017). Bei einem Invaliditätsgrad von 40–49 % wird eine Viertelsrente, von 50–59 % eine halbe Rente, von 60–69 % eine Dreiviertelsrente und von 70–100 % eine ganze Rente ausgerichtet. Nachdem die kantonale IV-Stelle einen Invaliditätsgrad ermittelt hat, erfolgt die Berechnung und Auszahlung der Rente durch die AHV-Ausgleichskasse.

Finanzierung der IV

Gemessen an den Ausgaben aller Sozialversicherungen ist die IV der viertgrösste Sozialversicherungszweig. Die Leistungen werden rund zur Hälfte mit Lohnbeiträgen finanziert (zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern). Weitere Finanzierungsquellen sind Beiträge der öffentlichen Hand (Bund, Mehrwertsteuer). Die Finanzperspektiven der IV sehen positiv aus. Sie schreibt keine strukturellen Defizite mehr. Gemäss Bundesrat wird die IV im Jahr 2030 ihre Schulden bei der AHV zurückbezahlt haben.
Die schweizerische Invalidenversicherung trat 1960 in Kraft. Ihre Entstehung geht auf das Jahr 1925 zurück, als das Schweizer Stimmvolk einem Verfassungsartikel zur Schaffung einer Alters- und Invalidenversicherung zustimmte.

Informieren Sie sich zur IV-Weiterentwicklung sowie zur Erhöhung des Intensivpflegezuschlags.

 

  

 

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