Wenn der Schulbesuch nicht selbstverständlich ist
Alle Kinder mit Behinderungen sollen in der normalen Schule mit ihren Altersgenossen lernen können – so lautet der Wunsch von Jan und Hannah. Sie sind die Eltern von Elias, einem aufgeweckten Jungen, der 2019 mit Trisomie 21 geboren wurde. Sie sind froh, dass Elias die Regelschule in Bussigny besuchen kann. «Wir sind überzeugt, dass diese Förderung in einer Regelklasse nur Vorteile bringt», so die Mutter. Und der Vater ergänzt: «Wir sind dankbar für die grossen Bemühungen der Schule – sie tut alles, was in ihren Möglichkeiten liegt, damit Elias inklusiv unterrichtet werden kann. Allerdings sind deren Ressourcen limitiert, was eher ein politisches Problem ist. Würde sich die Schweiz ein Beispiel an Italien nehmen, wo Sonderschulen abgeschafft wurden und ein inklusives Schulsystem Alltag ist, wäre eine bessere Unterstützung möglich und würde darüber hinaus auch der UN-Konvention entsprechen.»
Wie so viele Eltern von Menschen mit Behinderungen stehen auch Jan und Hannah täglich vor organisatorischen Herausforderungen. So erhält Elias in zehn von 18 Unterrichtsstunden zwar die nötige Unterstützung – es braucht einen Sonderpädagogen und zusätzliche Integrationshilfe. In der restlichen Zeit aber springen sie als Eltern ein. «Ich gehe mit ihm in den Musikunterricht, damit er daran teilnehmen kann», so Hannah. Denn: Ohne Betreuung dürfe er nicht zur Schule.
Unterstützung erleichtert den Alltag
Elias ist aufgrund seiner Behinderung kaum selbstständig und hat grosse Schwierigkeiten, Wörter auszusprechen. Er braucht rund um die Uhr Betreuung. Hannah begleitet ihn zu den Therapien, die regelmässig anstehen. Trotz dieser Belastung gehe es ihnen aber gut, wie der Vater versichert. Insbesondere angesichts der vielen positiven Entwicklungen und grossen Fortschritte, die Elias mache. «Ein guter Tag ist es, wenn die Lehrkräfte mitteilen, dass er sich in der Schule beteiligt und seine Jacke und Schuhe schnell aus- und angezogen hat.» An schlechten Tagen zeige er sich mürrisch, verweigere Aufgaben und arbeite nicht mit den Therapeuten zusammen. «Wenn Elias einen guten Tag hat, haben wir auch einen guten Tag, wenn er Probleme hat, haben wir auch Probleme», führt Jan aus.
Eine Hilfe im Leben freut die Familie besonders: Elias steht seit Kurzem ein Betreuungsplatz während Ferienlagern und Ferienaktivitäten zu. «Das sind wunderbare Neuigkeiten. Wir wünschen uns so sehr, dass er wie jedes Kind an solchen Angeboten teilnehmen kann», sagt Hannah. Auch bei Procap sei diese Teilhabe mit Angeboten wie den «samedis des enfants» möglich. Die Gruppenaktivitäten in der Turnhalle würden nicht nur seine Entwicklung fördern, sondern ihnen als Eltern regelmässig die dringend benötigte Zeit für sich selbst verschaffen. «Es ist so schön zu sehen, wie engagiert die Mitarbeitenden sind und den Kindern helfen. Elias ist immer glücklich, wenn er dort ist.»
Unterstützung, wo sie gebraucht wird:
Helfen Sie mit, Kindern wie Elias den Zugang zu Aktivitäten zu verschaffen, die ihnen zustehen. Procap sorgt seit über 90 Jahren dafür, dass Menschen mit Behinderungen die Unterstützung für ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben erhalten. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Ihre Unterstützung wirkt direkt, individuell und regional.
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Photos: ©Markus Schneeberger