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Konrad - das Zuhause angepasst

 

«Mein geliebtes Zuhause gibt mir seit 54 Jahren Kraft»

An diesen einen Tag im Dezember 1980 erinnert sich Konrad noch sehr genau. Plötzlich schoss ein starker Schmerz in sein linkes Bein. Der 17-jährige Konrad, bisher kerngesund, konnte sein Bein nicht mehr belasten. Die stechenden Schmerzen raubten ihm fast den Verstand. Erst nach etlichen Untersuchungen im Spital war die Diagnose klar. Der junge Mann hatte Knochenhautkrebs im linken Oberschenkel. «Der Arzt sagte mir: Entweder sofortige Amputation oder Sie leben noch etwa ein halbes Jahr», erinnert sich Konrad.

Das war ein harter Schlag für ihn. Er hatte seine Lehre frisch begonnen und war in der Freizeit passionierter Berggänger und OL-Läufer. Er freute sich auf die RS und hatte die Absicht, später ins Berufsmilitär einzutreten. Sein erster Gedanke nach der Diagnose war aber: «Wie soll ich so später einmal eine Frau finden?»

Konrad hat Mühe seine Behinderung zu akzeptieren – auch heute noch. «Selbst engen Freunden zeige ich mich nicht ohne Prothese. Krücken benutze ich möglichst nur zu Hause, wenn mich niemand sieht.» Konrad lebt seit 54 Jahren in seinem Elternhaus und seit 15 Jahren gemeinsam mit seiner grossen Liebe Christine. «Mein Glück ist die Beziehung mit Christine und dass ich trotz Handicap hier in meinem Elternhaus leben kann.»

Gemeinsam meistern sie alle Probleme.
 

Leider nahmen durch die andauernde Fehlbelastung die körperlichen Beschwerden zu: Sein Becken, der Rücken und die Schultern haben sich komplett verzogen. Nun schmerzen nicht nur die Druckstellen an der Prothese – sein ganzer Körper ist in Schieflage geraten. Starke Medikamente helfen zwar, doch das Leben zuhause wurde umständlicher.

Vor allem im schmalen, unpraktischen Badezimmer kam er an seine Grenzen. Christine konnte nicht mehr zuschauen, wie ihr Konrad auf einem Bein und mit Schmerzen über den hohen Rand der Badewanne balancierte. «Wenn er stürzt und sich dabei etwas bricht, ist es aus mit der Selbstständigkeit» sagt Christine besorgt. Christine war sich bewusst, dass sie fachliche Hilfe benötigten und nahm dafür Kontakt mit Procap auf.

 
Ein Foto des alten Bades zeigt deutlich die Verbesserung.

Der Procap-Bauberater mass in der Folge das Bad aus und dachte mögliche Lösungen durch – auch falls Konrad einmal im Rollstuhl wäre. Procap kümmerte sich ebenfalls um die administrative Abwicklung mit der IV, damit sich diese an den Kosten beteiligt. Bald darauf hatte Konrad ein angepasstes Badezimmer, klein wie zuvor, aber barrierefrei. Nun kann er ohne Risiko die bodenebene Dusche benutzen.

Leider muss er damit rechnen, dass sich seine Beweglichkeit mit dem Alter weiter verschlechtert. Dank Procap ist er zuversichtlich, dass er auch in diesem Fall mit baulichen Anpassungen in seinem geliebten Zuhause gemeinsam mit Christine alt werden kann.

Eine Behinderung verändert das Leben von Menschen oft massiv. Auf Vieles muss verzichtet werden. Procap setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderungen trotzdem so selbstbestimmt wie möglich leben können.

 

In Kürze

  • Name: Konrad
  • Gesundheitliche Situation: Wegen eines Knochenhautkrebses musste ein Bein amputiert werden. Nun schmerzen nicht nur die Druckstellen an der Prothese sondern wegen ungleicher Belastung haben sich Becken, Rücken und Schultern verzogen.
  • So half Procap: Procap Bauen plante und ermöglichte ein angepasstes Badezimmer mit bodenebener Dusche, das rollstuhlgängig ist, falls Konrad später auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
 

Ihre Hilfe ist gefragt

Procap berät Menschen wie Konrad beim Umbau ihres Zuhause und dem Finanzierungsgesuch an die IV. Um diese bauliche und juristische Beratung zu ermöglichen, bitten wir Sie herzlich um Unterstützung. Vielen Dank!

 
 
Bauberater studieren einen Plan

Mit 50 Franken ermöglichen Sie eine Kurzberatung über mögliche Anpassungen.

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Mann im Rollstuhl wird beraten

Mit 80 Franken finanzieren Sie eine Besprechung mit einer Fachperson.

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Frau im Rollstuhl in angepasster Küche

Mit 120 Franken beteiligen Sie sich an den Kosten einer Bauberatung vor Ort.

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Procap Bauen in Zahlen

  • rund 2300 überprüfte Baugesuche jährlich
  • rund 1000 Beratungen bei Bauprojekten
  • rund 24 Mitarbeitende schweizweit
  • in rund 11 Vollzeitstellen