Navigation mit Access Keys

close

Heidi - Unterstützung im Kontakt mit der IV


 

«Der Paragrafendschungel zerrte an unseren Kräften»

Heidi und Benz befanden sich mit Freunden auf einer Wanderung oberhalb von Adelboden. Das Wetter hielt nicht, was es versprach, doch das Ehepaar genoss den gemeinsamen freien Tag. Bis Heidi einen Fehltritt machte und in die Tiefe stolperte. «Es war furchtbar!», erzählt Benz und es wühlt ihn noch heute sehr auf. «Ich sah und hörte sie nicht mehr. Ich dachte zuerst, dass sie diesen Sturz nicht überlebt hat».

«Das Leben musste irgendwie weitergehen»

Heidi erinnert sich nicht mehr an den Sturz. Die Erinnerungen von drei Monaten sind ausgelöscht. Die Rettungskräfte konnten Heidi aufgrund des dicken Nebels erst nach Stunden bergen. Endlich im Spital, stand die Diagnose schnell fest: Querschnittlähmung und Hirnverletzungen. Heidi kämpfte um ihr Leben. Benz kämpfte zuhause darum, das Familienleben mit den drei Kindern aufrecht zu erhalten und dabei den Haushalt sowie seine Arbeit als Zimmermann unter einen Hut zu bringen. «Ich weinte oft in dieser Zeit. Doch das Leben musste irgendwie weitergehen», erinnert sich Benz.

Procap setzte die Ansprüche der Familie durch

Das Haus der Familie war natürlich alles andere als rollstuhlgängig. Während Heidi in der Reha war, verwandelte sich das Zuhause in eine Baustelle. Die Planung des Umbaus lief rund, doch der Umgang mit den Versicherungen, die den Fall hin- und herschoben, raubte Benz die letzte Kraft. Zudem hatte die IV einen Kostenvoranschlag der Fachstelle für behindertengerechtes Bauen um die Hälfte gekürzt. Verzweifelt wandte sich Benz an Procap. Den zuständigen Rechtsanwalt bei Procap, Daniel Schilliger machte die Begründung der IV stutzig: «Ich hatte den Eindruck, man lässt die Frau einfach fallen». Procap erreichte, dass die IV den Kostenbeitrag wieder erhöhte. Damit konnte unter anderem ein Treppenlift eingebaut werden.

Unterstützung im Umgang mit den Versicherungen

Seither steht Procap der Familie beratend zur Seite, übernimmt die Korrespondenz mit allen involvierten Versicherungen und behält den Überblick. Für die beiden ist das eine riesige Entlastung. «Wir sind so froh, dass wir uns nicht mehr mit dem ganzen
Paragrafendschungel herumschlagen müssen», sagt Heidi. Seit einigen Monaten lebt Heidi wieder zuhause mit ihrem Mann und den drei jugendlichen Kindern. Sie wird von ihrer Familie liebevoll unterstützt, arbeitet aber daran, möglichst viel selber zu machen.
Dies ist nur in einem barrierefreien Zuhause möglich.

Sich als Laie im Sozialversicherungsrecht zurecht zu finden, ist schwierig und oft zermürbend für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Es kostet Kraft, die in diesen schwierigen Situationen doch so dringend für anderes gebraucht wird.

Jetzt spenden

Heidi und ihr Mann beim Treppenlift
 

In Kürze

  • Name: Heidi
  • Gesundheitliche Situation: Querschnittlähmung und Hirnverletzungen nach einem Sturz beim Wandern.
  • So half Procap: Der Rechtsdienst errreichte in Diskussion mit der IV, dass sie doch noch die notwendigen Umbaukosten übernahm. Seither hilft Procap beim administrativen Schriftwechsel mit den Versicherungen.
 

Procap Rechtsdienst in Zahlen

  • rund 2100 behandelte Fälle
  • zusätzlich rund 1100 Stunden juristische Kurzberatungen
  • rund 1900 pendente Fälle
  • rund 20 Mitarbeitende
  • in rund 11 Vollzeitstellen