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Pränataldiagnostik

 

Procap befürchtet, dass durch die neuen Möglichkeiten der Pränataldiagnostik (PND) indirekt Kriterien für wertes oder unwertes Leben geschaffen werden. Insbesondere bei den neuen Bluttests stellen sich ethische Fragen.

Das Recht auf Nichtwissen

Mit einfachen Bluttests können Ärzte/-innen heute prüfen, ob ein ungeborenes Kind z.B. Trisomie 13, 18 oder 21 hat. Procap befürchtet, dass diese Tests den Druck auf Eltern erhöhen, ihr ungeborenes Kind untersuchen zu lassen. Eltern müssen das Recht auf freie Entscheidung und damit auch auf Nichtwissen haben. Es darf kein Obligatorium für solche Tests geben. Ärzte/-innen und Beratungsstellen müssen neutral beraten – bereits vor der Durchführung pränataler Tests. Versicherungs- und Integrationsleistungen für ein behindertes Kind müssen garantiert bleiben.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Für Procap ist klar, dass sich die Würde eines Menschen nicht an Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand misst. Die Würde des Menschen ist jeder Person ohne Vorausbedingungen gegeben und muss geachtet werden. Dann werden Menschen mit Besonderheiten zur Selbstverständlichkeit, können sich einbringen und Wertvolles leisten. Eine Gesellschaft, die Menschen mit besonderen Bedürfnissen einschliesst statt ausschliesst, kann es einem Paar erleichtern, Ja zu einem Kind mit einer Behinderung zu sagen.

 

 

Umstrittene Bluttests

Die Medizin kennt heute verschiedene Techniken, um bereits vor der Geburt zu beurteilen, ob das werdende Kind eine Erkrankung oder Behinderung hat. Umstritten sind aus Sicht der Behindertenorganisationen insbesondere die Bluttests, die seit 2012 neu auf dem Markt sind. Die Gefahr besteht, dass dabei ethische Fragen vernachlässigt werden. Seit 2015 werden die Kosten für die nicht-invasiven Bluttests von der Krankenkasse übernommen.

 

 

Präimplantationsdiagnostik: Procap fordert Solidarität

Lange war die Präimplantationsdiagnostik (PID) in der Schweiz verboten. Im Juni 2015 haben Volk und Stände einer Verfassungsänderung zur Zulassung der PID in der Schweiz zugestimmt. Daraufhin ergriffen zahlreiche Behindertenorganisationen – darunter auch Procap – das Referendum gegen das sehr liberal revidierte FMedG (Fortpflanzungsmedizingesetz). Dieses regelt die Anwendung der PID in der Schweiz.

Im Juni 2016 hat das Volk dem revidierten FMedG aber deutlich zugestimmt. Das geänderte Gesetz tritt spätestens am 1. September  2017 in Kraft.

Procap bedauert die deutliche Annahme dieses FMedG. Sie wird sich weiterhin für eine Gesellschaft ohne Normierungszwänge einsetzen, in der Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten als gleichwertig angenommen und unterstützt werden. Von den Parteien und Behörden erwartet Procap nach der Zulassung der PID ein klares Bekenntnis zur Solidarität mit Menschen mit Behinderungen.

 

  

  

 

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