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Präimplantationsdiagnostik


 

Procap lehnt die Präimplantationsdiagnostik (PID) nicht grundsätzlich ab. Sie fordert klare Schranken bei der Anwendung. Procap befürchtet, dass Eltern mit behinderten Kindern zunehmend unter Druck geraten.

Schranken gefordert

Procap unterstützt die Zulassung der PID, fordert jedoch eine klare Begrenzung ihrer Anwendung. Die PID sollte nur Paaren erlaubt sein, die Träger von schweren Erbkrankheiten sind, die sie auf ihre Nachkommen übertragen können (ca. 50-100 Fälle pro Jahr). Das Parlament hat die Anwendung der PID jedoch stark ausgeweitet. Sie soll künftig allen Paaren offenstehen, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen können (bis zu 6000 Fälle pro Jahr). Das geht Procap zu weit; sie befürchtet eine fast schrankenlose Anwendung der PID.

Kein Druck auf Eltern

Für Procap braucht es aber klare Schranken, damit die Unterscheidung von «wertem» und «unwertem» Leben durch die PID nicht salonfähig wird. Menschen mit Behinderungen dürfen nicht diskriminiert werden. Eltern sollten sich nicht für ihr behindertes Kind rechtfertigen müssen. Ärzte/-innen müssen jene Paare, die eine künstliche Befruchtung wünschen, über alle Gesichtspunkte vorurteilsfrei, wahrheitsgetreu und ausführlich aufklären.

 

 

Procap fordert Solidarität

Bis anhin war die PID in der Schweiz verboten. Im Juni 2015 haben Volk und Stände einer Verfassungsänderung zur Zulassung der PID in der Schweiz zugestimmt. Daraufhin ergriffen zahlreiche Behindertenorganisationen – darunter auch Procap – das Referendum gegen das sehr liberal revidierte FMedG (Fortpflanzungsmedizingesetz). Dieses regelt die Anwendung der PID in der Schweiz.

Im Juni 2016 hat das Volk dem revidierten FMedG aber deutlich zugestimmt. Das geänderte Gesetz tritt spätestens am 1. September  2017 in Kraft.

Procap bedauert die deutliche Annahme dieses FMedG. Sie wird sich weiterhin für eine Gesellschaft ohne Normierungszwänge einsetzen, in der Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten als gleichwertig angenommen und unterstützt werden. Von den Parteien und Behörden erwartet Procap nach der Zulassung der PID ein klares Bekenntnis zur Solidarität mit Menschen mit Behinderungen.

 

  

  

 

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