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Eingliederungsmassnahmen der IV: Wie wirken sie?

Was die Behindertenorganisationen schon lange gefordert hatten, hat das BSV am 31. Mai angekündigt: Die beruflichen Eingliederungsmassnahmen der IV sollen einer echten Wirkungskontrolle unterzogen werden. «Wir begrüssen diesen Entscheid», sagt Pascale Bruderer Wyss, Präsidentin von Inclusion Handicap. «Nur so kann sichergestellt werden, ob Menschen mit Behinderungen auch tatsächlich Fuss im Arbeitsmarkt fassen».

Zwei Männer mit Trisomie 21 in einer Küche

Das BSV hat am 31. Mai angekündigt, das Monitoring «Nachhaltigkeit berufliche Integration» aufzubauen. Inclusion Handicap unterstützt diesen Vorschlag mit Nachdruck. Denn nur mit einer Erfolgskontrolle kann herausgefunden werden, welchen beruflichen Weg Menschen mit Behinderungen nach Abschluss der Eingliederungsmassnahmen gehen.

Es ist bislang unklar, wie lange sie sich im Arbeitsmarkt halten können. «Heute wissen wir nicht, ob Menschen mit Behinderungen langfristig eine Stelle haben, die ihren Qualifikationen entspricht, oder ob sie z.B. in die Arbeitslosigkeit oder in die Sozialhilfe abrutschen», sagt Bruderer Wyss. Nur mit einer effektiven Erfolgskontrolle kann sichergestellt werden, dass sich die langfristigen gesellschaftlichen Kosten reduzieren.

Keine Angaben zu Arbeiten im geschützten Bereich

Kurzfristig zeigen die beruflichen Eingliederungsmassnahmen eine unterschiedliche Wirkung, wie aus den ebenfalls am 31. Mai veröffentlichten Zahlen des BSV hervorgeht. Es gibt Hinweise, dass die Umschulungsmassnahmen der IV Früchte tragen und damit viele Menschen (wieder) eine Stelle finden. Ein Fragezeichen muss bei den Integrationsmassnahmen gesetzt werden (z.B. Arbeits- und Aufbautraining zur Gewöhnung an den Arbeitsprozess).

Ausserdem erlauben die Daten des BSV keine Rückschlüsse, wie viele Menschen nach erfolgter Eingliederung in einem geschützten Bereich tätig sind. Die Schweiz verpflichtet sich mit der UNO-Behindertenrechtskonvention, Menschen mit Behinderungen im regulären Arbeitsmarkt einzubinden.

Inclusion Handicap wird sich weiterhin im Rahmen der für den Herbst angekündigten Nationalen Behindertenpolitik und der vom Parlament beschlossenen nationalen Konferenz dafür stark machen, dass die Probleme bei der Eingliederung bei der Wurzel gepackt werden.

Kontakt:

Julien Jaeckle, Geschäftsleiter: 078 666 02 59 / julien.jaecklenot shown@inclusion-handicapto make life hard for spam bots.ch

Dies ist eine Medienmitteilung von Inclusion Handicap. Dieser 2015 neu gegründete Dachverband vereint 23 gesamtschweizerische und sprachregionale Behindertenverbände und Selbsthilfeorganisationen, darunter auch Procap Schweiz. www.inclusionhandicap.ch 

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