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30.01.2018 | Top News, Bauen, Politik

Nachbesserung bei Dosto-Zug nötig

Inclusion Handicap reichte am 29. Januar eine Beschwerde ein gegen die neuen Doppelstockzüge: Menschen im Rollstuhl können die Wagen nicht selbstständig verlassen. Zudem gibt es weitere Hindernisse für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen.

Neuer Doppelstockzug

Im Dezember testete Inclusion Handicap mit einer Delegation von Menschen mit Behinderungen die neuen Doppelstockzüge. Dabei wurden einige Mängel sichtbar. In ihrer Medienmitteilung führt Inclusion folgende Probleme auf:

  • Reisende im Rollstuhl können den Zug nicht selbstständig verlassen, da die Neigung nach oben zum Perron zu hoch ist. Inclusion Handicap fordert, den Boden im Ein- und Ausstiegsbereich zu erhöhen.
  • Die Handläufe bei den Treppen zum Ein- und Ausstiegsbereich sind zu wenig lang. Inclusion Handicap verlangt, dass sie bis zur Tür verbunden wird. Ansonsten ist dies z.B. für Passagierinnen und Passagiere mit einer Sehbehinderung ein Sicherheitsproblem.
  • Die Türöffnungstasten im Zug können von Rollstuhlfahrer aufgrund ihrer Positionierung gar nicht erreicht werden. Diejenigen ausserhalb sollen einerseits mit einem Kontrastfeld gekennzeichnet werden und andererseits mit einem akustischen Signal versehen werden, damit sie für Menschen mit Sehbehinderung zu bedienen sind.
  • Die Fortbewegung im Zug ist erschwert, da das Oberdeck nicht eben ist. Entsprechende Markierungen sind anzubringen, damit die Stolpergefahr reduziert werden kann.
  • An diversen Orten führen die Lichtverhältnisse zu extremen Blendungen. Inclusion Handicap beantragt, dass Massnahmen getroffen werden, damit die Passagiere weniger geblendet werden bzw. die Spiegelung reduziert werden kann. Dies betrifft beispielsweise Monitore mit Fahrplaninformationen, die für Reisende mit Hörbehinderung essentiell sind.

Das Bundesamt für Verkehr hat im November des letzten Jahres den SBB eine befristete Betriebsbewilligung für ein Jahr erteilt, um die Fahrzeuge zu testen. Inclusion Handicap hat nun bereits gegen diese befristete Betriebsbewilligung Beschwerde erhoben. Inclusion Handicap will nicht den Testbetrieb verhindern, aber sicherstellen, dass die nötigen Anpassungen sofort vorgenommen werden, bevor alle Fahrzeuge fertiggebaut sind.

Zur Medienmitteilung von Inclusion Handicap
Zum Beitrag von 10vor10 vom 29.1.2018

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