PraenaTest könnte Abtreibungsdruck auf Schwangere erhöhen
Ein neuer Bluttest ermöglicht es, bereits in der zehnten Schwangerschaftswoche zu testen, ob ein ungeborenes Kind Trisonomie 21 hat. Anfang Juli begann die Pilotphase des PraenaTest auch in der Schweiz. Nach heftigen Kontroversen, hat die Firma Lifecodexx die Pilotphase vorübegehend unterbrochen.
Lifecodexx will die gewonnene Zeit «nutzen um der politischen Diskussion und Unsicherheit offensiv zu begegnen». Als Hauptargument für den Test führt die Firma an, dass dieser Leben rette indem er ungeborene Kinder vor gefährlichen Pränatal-Untersuchungen schütze. Tatsache ist, dass sich heute ein grosser Teil der Eltern für eine Abtreibung entscheidet, wenn bei pränatalen Tests die Diagnose Trisomie 21 gestellt wird.
Die Elternvereinigung insieme warnt vor der routinemassigen Anwendung der Untersuchung. Denn durch das einfache Verfahren könne der Druck auf Schwangere steigen, nach einem positiven Test abzutreiben. Insieme befürchtet zudem Leistungskürzungen, wenn Schwangere ihr Kind trotzdem austragen wollen sowie eine Verschlechterung der Situation von Menschen mit Trisonomie 21, die als «medizinisch vermeidbar» gelten könnten.
Procap teilt die Befürchtungen von insieme und spricht sich für eine umfassende Beratung werdender Eltern aus.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter den folgenden Links:
- Stellungnahme von insieme
- Eine Übersicht zur aktuellen Diskussion in Deutschland
- Fernsehbeitrag SF, PULS, 4. Juni 2012
- Fernsehbeitrag SF, 10vor10, 10. Juli 2012
- NZZ am Sonntag, 29. Juli 2012 mit einer Stellungnahme von Procap

